Sie heißten, Susi (nicht zu verwechseln mit unserer Susan), Edith, Gerd oder Ann. Alle Namen wurden hier, auch wenn nur die Vornamen verwendet wurden, geändert. Ich lernte sie irgendwann in einer Widerstandsgruppe kennen, wo sie mir völlig normal erschienen und sich scheinbar unermüdlich für den Kampf gegen das Coronaregime einsetzten. Doch Als sie fertig waren, hinterließen sie verbrannte Erde, Zwietracht, wirkten bremsend und spaltend.

Der erste Akt:

Kannst Du Dich noch an die Hoffnung erinnern, die uns Victoria Hamm, Ralf Ludwig und der Sinsheimer Arzt Bodo Schiffmann seinerzeit mit der neu gegründeten Partei Widerstand2020 machten? Weißt Du noch, wie sehr die durch die Decke ging? Ich weiß es noch, denn ich war live dabei. 35.000 Mitglieder (und zwar echte) waren bereits nach rund 11 Tagen zusammengekommen. Danach schienen die Mitgliederzunahmen dann geradezu zu explodieren….was aber nicht ganz stimmt, denn viele davon wurden durch einen Bot generiert – jenen, der schlussendlich auch dafür sorgte, dass die Seite abgeschaltet werden musste. Weißt Du auch noch, was kurz darauf passierte? Victoria stieg aus und Bodo schmiss alle Mitglieder wieder heraus, um dann 33 Menschen von Hand zu Mitgliedern zu machen. Um diese 33 geht es nun im großen und Ganzen.

Ich saß derweil jeden Mittwoch in einem Düsseldorfer Vereinsheim mit rund 40 anderen Menschen zusammen. Es war Ende April und wir wollten ein Ortsverband werden, der sich um die Kommunalwahlen kümmern sollte, die am 13. September stattfanden.

Und dann ging das los, wovon ich heute, weiß, dass es ein geplantes Schauspiel war. Edith und Gerd behaupteten nun beide, vom Bundesvorstand der Partei dazu legitimiert worden zu sein, einen NRW Landesverband zu gründen, an den sich unser Ortsverband dann schlussendlich anschließen sollte. Sie beschuldigten sich jeweils gegenseitig, spaltend und übel zu wirken und beschworen die Mitglieder unseres Ortsverbandes, sich hinter sie zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt kam dann auch Bodo auf die glorreiche Idee, eine neue Partei zu eröffnen, die er Wir2020 nannte. Auch er warb um uns.

Als diese drei fertigt waren, da waren von den 40 Mitgliedern noch sieben (!!) übrig geblieben. Sieben, die an der Idee festhielten, mit der Partei Widerstand2020 in die Kommunalwahl zu gehen. Und diese sieben waren WIR. Nein halt, sechs waren wir, die Siebte war wiederum ein Maulwurf. Ann.

Der zweite Akt:

Da saßen wir nun in diesem, für uns sieben viel zu großen Vereinsheim und planten unsere Teilnahme an der Kommunalwahl. Wir mussten einen Verein gründen, eine sogenannte Wählergemeinschaft. Dazu braucht es sieben Personen, falls man den Verein anschließend eintragen lassen will. Wir waren erleichtert, dass wir diese sieben zusammen bekamen….und staunten nicht schlecht, als die Siebte am allerletzten Punkt der Gründung ausstieg. Das tat sie, nachdem sie uns eine stundenlange Komma-, Punkt- und Genderdebatte aufgezwungen und sich damit teilweise in der Satzung durchgesetzt hatte.

Erst später erfuhren wir, dass sie nur zu diesem Zweck überhaupt in der Gründungsversammlung gesessen hatte. Sie ging und es kam….Susi, der nächste Maulwurf. Susi hatte die fürchterlich unangenehme Eigenart, sich stets sehr sehr rege an Debatten zu beteiligen, die ihr selber keine Arbeit verursachten, uns aber massiv aufhielten. Über das Logo und einzelne Farbtöne unseres Wahlwerbeflyers konnte sie stundenlang diskutieren und somit einen Druck für geraume Zeit verhindern.

Geholfen hat sie nie. Ich habe nicht einmal Unterstützungsunterschriften von ihr bekommen.

Der dritte Akt:

Die Kommunalwahl ist vorüber und wir konnten wenigstens einen tiefen Einblick in das Wahlgeschehen erhaschen und die Zusammenhänge erkennen. Mit dieser Expertise versuchten wir, Widerstand2020 mit aller Kraft wiederzubeleben. Leider spielte der Restvorstand der Partei dabei nicht mit. So suchten wir uns ein anderes Zuhause. Das Ziel war der Anschluss unserer Wählergemeinschaft an die Gliederung einer Widerstands-Partei, die noch keinen Gebietsverband in Düsseldorf hatte. Unsere Wahl fiel, nach mehreren längeren Gesprächen, auf dieBasis. Was wir bereits wussten: Die Basis war u.a. von unserer altbekannten Edith mit gegründet worden, während ihr Spaltungspartner Gerd eine Partei namens „die Föderalen“ mitgegründet hatte. Beide waren nach Wochen und Monaten nicht einmal zu einem Bruchteil so gut aufgestellt, wie Widerstand2020, was Akzeptanz und Mitgliederzahlen anbelangte.

Ich staunte nicht schlecht, als ich, kurz nach meinem Eintritt, dort auch plötzlich Gerd wieder vorfand, der sogleich auf der Suche nach einem Machtpöstchen war und dieses auch in Rekordzeit bekam. Und wie gut er und Edith sich dann plötzlich verstanden….

Unseren Anschluss sollten wir verschieben und dann auch lieber neu gründen. Der Termin dazu, wäre der 11.11.2020 gewesen. Die Kernmitglieder unserer Wählergemeinschaft wollten dann einen Kreisverband gründen. Bevor das geschehen konnte, bat man uns, doch erst noch weitere Mitglieder abzuwarten, die wir zur Gründung hinzu nehmen könnten. Von da an machte es pling und noch viele weitere male pling wenn diese neuen Mitglieder unserer Telegramgruppe hinzugefügt wurden. Und dann kamen sie. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht: Ann und Susi.

Von diesem Zeitpunkt an rechnete ich mit Schwierigkeiten. Und die kamen auch. Die Gründung wurde nicht akzeptiert und man wollte keine selbständigen Kreisverbände mehr. Die Landessatzung, von der es zuvor noch geheißen hatten, sie müsse dringend überarbeitet werden, weil ihre Gültigkeit in Frage zu stellen sei, war plötzlich Mittelpunkt des Geschehens. Ausgelöst, wieder einmal, durch Ann.

Später erfuhr ich dann, dass es wiederum auch u.a. Ann gewesen ist, die die Landessatzung derartig verunstaltet und mit Klauseln gefüllt hatte, von der sie als Politikwissenschaftlerin mit 100% Sicherheit wusste, dass diese zu einer Ablehnung der Satzung durch den Landeswahlleiter führen wird. Und wenn dies geschieht, dann ist der Schaden immens, denn wenn Untergliederungen nicht als eigenständig geschäftsfähige Verbände gegründet werden, sondern vor dem Recht gar nicht existieren, dann endet ihre Schattenexistenz zeitgleich mit der Existenz des Landesverbands.

Und das, so nehme ich an, ist auch der letztendliche Plan. Statt echter Kreisverbände schafft man „Ausstülpungen“ des Landesverbands, die rechtlich nichts mehr als Stammtische sind. Zeitgleich korrumpiert man die Satzung des Landesverbands, so dass man davon ausgehen kann, dass der Landeswahlleiter sie zurückweist. Damit wäre die Anerkenntnis des Landesverbands als wählbare Parteigliederung nicht existent und zeitgleich auch bei allen Kreisverbänden. Das bevölkerungsreichste Bundesland fällt zur Bundestagswahl aus.

Ich bin inzwischen zu dem ernüchternden Ergebnis gekommen, dass alle Widerstandsbewegungen, die wirklich erfolgreich sein können, von regierungsfreundlichen Personen unterwandert wurden. Diese mögen teilweise für ihre Tätigkeit bezahlt werden, handeln aber wahrscheinlich überwiegend aus Überzeugung. Man hatte es ihnen wirklich leicht gemacht, indem Bodo seine 33 handverlesenen Mitglieder selbst auswählte oder auswählen ließ. Diese 33 (aber nicht nur sie) sind der Kern des „Widerstands gegen den Widerstand“. Sie wiederum ermöglichten es weiteren Maulwürfen, die Widerstandsparteien zu unterlaufen, sich in alle einflussreichen Positionen zu begeben und die Parteien zu korrumpieren.

 

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