Wie Facebook neuerdings Straftaten definiert und daran mitverdient

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Wie Facebook neuerdings Straftaten definiert

Onlinebetrug oder Betrug ansich scheint für Facebook seit einiger Zeit gar keine Straftat mehr zu sein. Zu diesem Schluss muss man gelangen, wenn man eine betrügerische Werbeanzeige bei dem sozialen Netzwerk zu melden versucht. Stattdessen scheint man ganz penibel hinter solchen Meldungen zu sein, die darauf abzielen, einen Putsch vorzubereiten, oder wie Facebook es nennt: „Unterstützung von Straftaten und Gefährdung der öffentlichen Ordnung“. Daneben kann man noch „Hassrede“ (jemand hat Z gesagt) oder „hasserfüllte Ideologien“ (z.B. wenn man für eine freie Impfentscheidung ist) oder „Gewaltdarstellung“ (Querdenker, die mit ihren Händen Herzen formen) melden. Betrug oder Pornografie scheint für Facebook jedenfalls überhaupt kein Thema zu sein.

Was war geschehen?

Ich wurde immer mal wieder mit den üblichen Werbeanzeigen der sogenannten „Höhle der Löwen“-Bande konfrontiert. Die habe ich dann einfach weggeklickt und gut wars. Heute aber scheint jedes dritte oder vierte Posting in der FB-Wall eine solche Werbeanzeige zu sein. Das nervt! Nachdem ich die ersten 8 oder 9 weggeklickt hatte, fehlte nun plötzlich das X in der rechten oberen Ecke, um die Werbung verschwinden zu lassen. Also, dachte ich mir, meldest du die einfach mal. Man sehen, was passiert.

Doch das Melden gestaltete sich erheblich schwieriger, als gedacht, denn Facebook sieht überhaupt keine Lösung vor, mit der eine solche Meldung möglich wäre. Klickt man auf den Button für strafrechtliche Relevanz, erscheint diese Auswahl hier:

Das scheint denn auch alles zu sein, was Facebook strafrechtlich relevant erscheint. Betrug oder Onlinebetrug gehört jedenfalls nicht dazu und so war nichts mit Erstellung einer Meldung.

Doch was wird da überhaupt beworben und was ist die „Höhle der Löwen“-Bande?

Die „Höhle der Löwen“-Bande heißt so, weil sie, als sie vor ca. 3 Jahren mit ihrer Betrugsmasche startete, behauptete, sie habe ihr Konzept in der gleichnamigen Sendung vorgestellt und alle wären über dieses einfache Konzept der wundersamen Geldvermehrung ganz erstaunt gewesen. Die Geschichte ist selbstverständlich frei erfunden. Heute wirbt diese Bande nur noch selten mit der Sendung; ihr eigentliches Konzept ist aber gleich geblieben. Mit reißerischen Werbeanzeigen werden Kunden auf eine, eigens dafür bereitgestellte Landingpage gelockt.

Dort wird man meist zu einer (noch recht überschaubaren) Anlage, nicht selten in eine Kryptowährung verleitet. Auf einer weiteren Seite soll man den Verlauf seines Investments verfolgen können. Schaut man einen Tag später darauf, hat man tatsächlich Gewinn gemacht. Will man diesen abrufen, geht die eigentliche Betrugsmasche erst los. Das Abrufen wird an enorme, nicht erfüllbare Bedingungen geknüpft und man wird dazu verleitet, mehr und immer mehr zu investieren. Dieses Geld wird jedoch nicht investiert. Die gezeigten Investmentkurven sind Fake. Das Geld ist weg.

Und Facebook kassiert von solchen Betrügern offensichtlich gerne Werbegelder. Jedenfalls finde ich kein großes Bestreben, diese Masche einzudämmen.

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