Kinder wie Ratten? Was darf Satire?

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Kinder wie Ratten? Was darf Satire?

Seit Böhmermanns Rattenvergleich mit den Kindern unseres Landes, fragt sich die Nation, und das völlig zu recht: Darf der das? Wie weit darf Satire gehen? Ist das überhaupt noch Satire?
Einmal davon abgesehen, dass ein solcher Vergleich mindestens ekelhaft ist und von einer schlechten, oder auch gar nicht vorhandenen Kinderstube zeugt; dass er jedem anständigen Menschen geradezu reflexartig abverlangt, zu glauben, man müsse sich verhört haben, zieht Böhmermann hier mitnichten einen Vergleich zwischen der Pest und Corona – auch wenn er so tut, als würde er das.
Denn bei der Pest wurde kein Teil der Bevölkerung, ob krank oder gesund, per se zum Infektionsherd oder Seuchenverbreiter gebrandmarkt. Eine solche Vorgehensweise erblühte erst in einer der dunkelsten Stunden unseres Landes. Damals, als unser Land im Gleichschritt marschierte, als die Menschen ihre verlorenen Grundrechte ebenso bejubelten, wie stets neue Zeichen des Gehorsams; als mit jeder Woche die Menschlichkeit zurückgedrängt wurde, um einer blinden Hass-Ideologie Platz zu machen, da war es eines Tages so weit, dass man offen behaupten konnte, fest umrissene Teile der Gesellschaft seien für Infektionen verantwortlich. Und von diesem Tag an, war es nicht mehr weit, bis dieser Teil vom „Volkskörper“ abgesondert und in Vernichtungslager verbracht wurde.

Selbst wenn wir also einmal außer Acht lassen, dass Jan Böhmermann hier ausgerechnet die Schwächsten unserer Gesellschaft angreift, eben jene Kinder, die aufgrund der Hypochondrie einiger Erwachsener, ohnehin schon die, mit Abstand größte Last zu tragen haben, so kommen wir nicht umhin, dass es nichts mehr mit Satire zu tun hat, wenn man in faschistische Verhaltensmuster verfällt, wenn man die Gesellschaft gegen unsere Kinder aufstachelt, diese als Brutkästen für Corona-Infektionen bezeichnet und somit die Angst und den Hass in der Gesellschaft schürt.

Das ist keine Satire, das ist Volksverhetzung.

In früheren Zeiten hätte es wohl keine 24 Stunden gebraucht, bis eine Flut von Strafanzeigen eingegangen wären und keine 6 Monate bis der Schlüssel in der Zellentür umgedreht worden wäre. Bei den meisten anderen Themen wäre das heute wohl auch noch so – ebenfalls im umgekehrten Fall, wenn sich Eltern mit entsprechenden Vergleichen Luft gemacht hätten. Doch im Namen der heiligen Spritze ist heutzutage praktisch alles erlaubt, einem zündelnden Brandstifter wie Jan Böhmermann sowieso.
Es steht also nun absolut außer Frage, dass diese Tat ungesühnt bleibt, dass sie weder strafrechtliche noch berufliche Konsequenzen für Böhmermann haben wird.
Und deshalb wird er keine Ruhe geben. Wo das enden wird? Das möchte ich gar nicht wissen.
Dabei können wir alle sehr viel mehr tun, als jeder Richter: Einfach nicht mehr einschalten. Das würde einen Jan Böhmermann zwar nicht den Job kosten (seinen Lieblings-Hetzer wird das ZDF wohl kaum entlassen), aber eine Sendung, die niemand sehen will, wird niemanden erreichen und in der Folge auch keinen Schaden mehr anrichten. Also einfach mal ein Buch lesen oder einen anderen Sender wählen, wenn das ZDF wieder einmal vergessen hat, dass es stets mit den Böhmermanns beginnt, was mit Lagern endet.

Die Frage „darf der das?“ stellt sich gar nicht. Die Frage, ob wir das hinnehmen, aber schon!

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