Dieser Artikel bezieht sich auf Viviane Fischers Post vom 10.06.2026.
Vorweg: Wisst Ihr – es könnte mir ja eigentlich völlig egal sein. Ich habe weder etwas davon, wenn Viviane Fischer einen juristischen Sieg erlangt, noch habe ich etwas davon, wenn ihre Gegner einen Sieg erlangen. Ich habe auch nichts davon, wenn Viviane Fischer vor Gericht landet.
Eigentlich könnte mir das alles vollkommen egal sein. Der Hauptgrund, warum ich das hier tue ist, weil Viviane den Untergang des Corona Ausschusses nicht nur locker hätte abwenden können (was sie aber ablehnte), sondern weil sie ihre Community (die früher einmal sehr groß war) auch eiskalt im Stich ließ. Zumindest sehe ich das so.
Die ganze causa Widerstand im Allgemeinen und die causa Corona Ausschuss im Besonderen zeigt, was ich zuvor nicht wahrhaben wollte:
Homo homini lupus est
Nicht, dass ich an dieser Stelle missverstanden werde: Ob sich Viviane ebenfalls persönlich bereichert hat, steht hier gar nicht zur Debatte. Das müsste erst ein Gericht klären, um es als Tatsache darstellen zu können. Fakt ist aber nun einmal, dass von den vielen Millionen (um die es inzwischen geht), nicht ein einziger müder Cent bei der Community ankam. Auch hier bitte nicht missverstehen. Ich hätte gar nicht erwartet, dass der Corona Ausschuss Teile dieser Gelder an einzelne, in Not geratene Widerständler überweist. Das wäre ja höchst ungerecht gewesen und vermeintlich notleidende Widerständler hätten wahrscheinlich Schlange gestanden.
Was ich tatsächlich erwartet hatte war, dass man sich hinsetzt und gezielt Projekte fördert, die solchen Leuten aus der Klemme helfen. Anschub von Onlineshops z.B. durch die massive Reichweite, die man einst hatte. Wohnprojekte für Menschen, die von ihren Vermietern auf die Straße gesetzt worden waren. Promotion von Büchern, Blogs, Projekten.
Der Corona Ausschuss unterschied sich in dieser Hinsicht aber nicht sonderlich von anderen „Alternativ“medien.
Der Rechtsanwalt Holger Fischer brachte es am 26. April 2025 auf den Punkt. Auf seinem Telegram-Kanal schrieb er:
Die Berichterstattung der alternativen Presse zum Fall Füllmich nach der Urtelsverkündung ist in meinen Augen seltsam zurückhaltend und schonend. Eine Ausnnahme bildet hier seit langem Gordon Pankalla, der dafür gehörig Prügel bezog, weil so, wie die Mehrheit im Land nun mal der Regierung kritiklos hinterherläuft, andere unkritisch den Opponenten gegenüber sind. Bei Pankallas heutiger Rezension der Berichterstattung fiel mir allerdings auf, dass er offen lässt, für welche ihm gegen Füllmich zustehende – schuldrechtliche – Forderung von Marcel Templin ein Grundpfandrecht an Füllmichs Hausgrundstück im Grundbuch eingetragen war. Wurde dies im Strafprozess nicht geklärt? Ich habe anderes gehört.
Allen selbsternannten Verteidigern Füllmichs und allen, die nun meinen, es habe sich nur um einen politisch motivierten Prozess gehandelt, sollte aber vielleicht zu denken geben:
1. Der vom Vorwurf der Untreue umfasste Geldbetrag ist WEG, für immer verloren und steht dem Corona-Ausschuss nicht mehr zur Verfügung. Der objektive Tatbestand der Untreue ist auch sonst erfüllt.
2. Hätte man mit den vereinnahmten Spendengeldern bzw. nur einem Bruchteil davon Studien und Projekte wie bspw. die Reutlinger Pathologiekonferenz finanziert, hätte man sich über vermeintliche „Wertspeicher“ in Form von Gold, Abfindungen an Ex-Familienmitglieder, Kakteengärten und Gartenpools keine Gedanken machen müssen, auch nicht, ob man mit monatlich ca. 30.000 Euro die eigene Kanzlei finanzieren muss. Das Geld wäre auch dann „sicher“ gewesen, auch sicher vor den Gesellschaftern des Corona-Ausschusses.
So viel Geld ist in der Corona-Zeit gespendet worden, und so wenig Sinnvolles und Nachhaltiges ist damit geschehen. Viele Kritiker der Pandemie litten in der Corona-Zeit Not, ihr Einkommen sank, ihre Existenz stand auf dem Spiel, ihnen halfen die großen Spendensammler nicht. Ihnen hätte man die Beträge zuwenden können, während andere Wohnmobile kauften, Pools bauten und durch die Welt tingelten, von den USA bis Indien (a propos: wie ging das eigentlich ohne Impfnachweis?). Die meisten hatten andere Sorgen und haben sich trotzdem ehrenamtlich gegen den Wahnsinn gestellt.
Wieviel Spenden hat der Ausschuss wohl allein dadurch erhalten, weil er ein Kamerateam zur Pathologiekonferenz schickte? Wozu haben jene Spender dann daraufhin gespendet?
Mir tut Reiner Füllmich trotzdem leid, und ich wünsche ihm die Kraft durchzuhalten. Und es ist schade um das ganze viele Geld, das so sinnlos verpuffte.
Ein politischer Prozess läuft scheinbar unendlich in Frankfurt am Main. Die dortigen Angeklagten verdienen -auch – unsere Aufmerksamkeit.
Das bringt es exakt auf den Punkt. Während der Coronazeit mussten sich die Menschen entscheiden, ob sie die Grundrechtseinschränkungen einfach hinnehmen, oder aktiven Widerstand dagegen leisten wollten. Zahllose Menschen, die sich für den aktiven Widerstand entschieden, verloren alles. Ihre Existenzen wurden vernichtet. Sie spendeten (oft ihr letztes Hab und Gut) an Organisationen wie den Corona Ausschuss, weil sie sich Hilfe erhofften. Die meisten lebten leider in der irrigen Hoffnung, die Füllmichs, Fischers, Reitschusters, Magnets, Jebsens, Schiffmanns, Ballwegs & Co. könnten den Wahnsinn beenden. Doch das konnten sie natürlich nicht. Was sie aber SEHR WOHL hätten tun können, wäre die Folgen abzumildern. Es hätte sie nicht einen einzigen Cent gekostet.
Doch nichts dergleichen ist jemals geschehen.
Ich bin nicht umsonst erbost über dieses Verhalten. Ich war selber betroffen. Viel schwerer aber wiegt, dass ich beinahe meine damalige Lebensgefährtin verloren hätte, weil sie sich kurz nach der Offenbarung des Ausschusses im September ’22 das Leben nehmen wollte. Es gelang ihr nicht, aber viel gefehlt hatte nicht mehr. Sie hatte zwei Winter lang in einer ungeheizten Wohnung gelebt und sich von Nudeln mit Ketchup ernährt, weil sie jeden Cent an den Ausschuss gespendet hatte. Nun musste sie erfahren, dass Füllmich jeden Monat rund 10.000 Euro verprasste, dass man buchstäblich lebte, wie die Made im Speck und NICHTS tat, als Empörung zu schüren und die Zustände zu beklagen.
Und genau das teilte ich damals auch Viviane Fischer mit. Ich bat sie inständig, nun endlich das Konzept dahingehend anzupassen, dass Menschen, die dem Ausschuss jahrelang vertraut hatten, endlich einmal etwas zurück bekamen.
Doch nichts, rein gar nichts passierte!
Ja, sie bewarb danach tatsächlich ein einziges Projekt – eines, dass von einer Freundin ins Leben gerufen worden war und… wieder einmal Spenden sammelte. So viel Gleichgültigkeit und menschliche Kälte ist kaum in Worte zu fassen. Wenn ich Viviane mit einem einzigen Wort umschreiben müsste, würde ich sagen: Kalt!
Und an genau diese Vorgehensweise knüpft der vermeintliche Sieg vor Gericht nun nahtlos an. Denn was Viviane leider wieder einmal verschweigt sind die Kosten, die damit einher gehen. Ja, das Gericht gab ihr in der zweiten Instanz teilweise recht. Doch es verfügte im gleichen Urteil auch, dass sie 86 % der Kosten der ersten Instanz und 81 % der Kosten aus der zweiten Instanz zu tragen habe.
Nach meiner Rechnung (und ich bitte, diese mit Vorsicht zu genießen, da ich durchaus nicht alle Faktoren berücksichtig haben könnte) belaufen sich ihre Kosten somit auf über 60.000 Euro. Wieder einmal Geld, das unwiederbringlich weg ist und das man meiner Ansicht nach sehr viel besser hätte investieren können.
Manchmal – in ruhigen Abendstunden – kommen in mir Gedanken hoch, was dieser Corona Ausschuss alles hätte bewirken können, wenn er nicht von Leuten wie Füllmich und Fischer geleitet worden wäre.
Dabei hätten doch gerade die vielen Menschen, die in der DDR aufgewachsen waren, eigentlich Lunte reichen müssen. Denn all ihre seinerzeitigen Wortführer stellten sich im Anschluss als Maulwürfe und Uboote heraus. Kein einziger Widerstands-Aktivist der DDR, der gleichzeitig über das verfügte, was wir heute als Reichweite bezeichnen, der nicht heimlich für die Stasi gearbeitet hätte. Wer sagt euch eigentlich, dass es heute anders ist?
Der Umstand, dass Füllmich im Knast sitzt, ganz sicher nicht. Das passierte auch DDR-Aktivisten, wenn ihre Nützlichkeit abgelaufen war.
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