Der Feind meines Feindes…

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Dieser Artikel befasst sich mit Victor Orban, den ehemaligen Präsidenten Ungarns, der hierzulande vom Widerstand völlig unkritisch und schon fast freundschaftlich betrachtet wird – ganz so, als sei er unser allerbester Freund und wir hätten auch gerne so einen wie ihn an der Spitze unserer Regierung.

Es zeigt, wie fehlgeleitet, ja schon sträflich naiv (nicht nur die Linkswoken) denken, sondern vor allen Dingen unsere eigenen Leute im Widerstand. Für sie ist jeder Feind unseres linkswoken Feindes vollautomatisch unser „bester Freund“. Diese Einstellung war auch schon bei Trump gut zu beobachten und sie ist auch bei anderen Leuten zu beobachten, die im Rampenlicht stehen, wie z.B. Vladimir Putin.

Die böse Realität

Orban ist MITNICHTEN einer, der auch nur ansatzweise auf unserer Linie liegen würde, der sich für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzte oder weniger restriktiv war, als unsere eigene Regierung. Das genaue Gegenteil ist nämlich der Fall.

Ich möchte das hier nur anhand eines Teilbereiches seiner Politik aufzeigen – einem Teilbereich, der für den deutschen Widerstand enorm wichtig ist.

Stellen wir uns doch einmal die Frage, wie Orbans Corona-Politik war und vergleichen wir sie mit unserem eigenen Regierungsvorgehen.

In Deutschland wurden Corona-Verordnungen zuerst durch die Länder erlassen. Die ersten beiden „Bevölkerungsschutzgesetze“ griffen per Bundesgesetz noch nicht in Grundrechte ein. Dies geschah stattedessen auf Ländeebene, wobei die Länder abweichende Regelungen schufen. Immer ganz von mit dabei: Söderistan (Bayern). Preschte ein Land mit einer weiteren Einschränkung vor (z.B. Sachsen mit der Maskenpflicht am 01. Mai 2020), dann zogen die anderen Länder sehr schnell nach. Das erzeugte den Eindruck von bundesweiten Regelungen. Sie waren aber tatsächlich länderbasiert.

Erst am 18.11.2020 erfolgte das deutsche Ermächtigungsgesetz (drittes Bevölkerungsschutzgesetz), mit dem zahlreiche Grundrechte pauschal ausgesetzt oder stark eingeschränkt wurden. Grund war die Illegalität des vorherigen Systems von Landesverordnungen, was dazu führte, dass sämtliche Verordnungen von Gerichten kassiert wurden, sobald ein Betroffener vor Gericht zog.

Als die Proteste gegen diese zunehmende staatliche Übergriffigkeit zunahmen, wollte die Ampelregierung 2023 das sogenannte „Demokratiefördergesetz“ verabschieden, mit dem Staatskritik unter Strafe gestellt werden sollte. Es hatte starke Ähnlichkeiten mit dem „Heimtückegesetz“ der Nazis, mit dem gleiche Ziele verfolgt wurden. Es trat aber nie in Kraft. Andere Maßnahmen, wie die Änderung von §188 StGB (Politikerbeleidigung) traten dagegen in Kraft und wurden seither massiv mißbraucht.

Nun zu Orban:

Victor Orban verabschiedete am 30. März 2020 ebenfalls ein Ermächtigungsgesetz. Es regelte:

  • Versammlungsverbote
  • Veranstaltungen untersagt / eingeschränkt
  • Umstellung von Schulen und Universitäten auf Onlinebetrieb
  • Quarantäne- und Kontaktregeln

Gleichzeitig wurde die strafrechtliche Verfolgung verschärft

  • Sogenannten „Falschinformationen“ (gemeint sind solche Informationen, wie wir sie in Deutschland zur Wahrheit über Covid verbreiteten) kostenen 5 Jahre Haft.
  • Quarantäneverstöße kosteten 3 Jahre Haft.

Außerdem wurden während der vermeintlichen „Pandemie“

  • Wahlen ausgesetzt
  • Referenden ausgesetzt
  • Nachwahlen eingefroren

Währenddessen jubelte der deutsche Widerstand gen Ungarn und plante seine Auswanderung in dieses, angeblich doch so freie Land, in dem man nicht zur Maske gezwungen würde.

Ignatz Bearth, der schweizerische Martin Sellner, wanderte dorthin aus und fühlte sich sofort völlig frei von allen Corona-Auflagen. So behauptete er zumindest. Tatsächlich hat Ungarn lediglich eine sehr viel flachere Verwaltungsstruktur. Das Land ist relativ arm und kann sich eine Verwaltungsstruktur nach deutschem oder amerikanischem Muster gar nicht leisten. Daher (und nur daher) wurden Corona-Verstöße in Außenbezirken und ländlichen Gebieten nicht verfolgt. Das hat nichts mit Freiheit und Gerechtigkeit zu tun. Der Staat ist dort nur einfach weniger mächtig. Seine Arme reichen nicht bis in die letzten Winkel, weil solche Arme teuer sind.

Wie um alles in der Welt kann jemand auf die Idee kommen, Orban sei ein besserer Regierungsführer, als alles, was wir hier in Deutschland aufzubieten haben oder hatten?

Das Ganze hat tatsächlich nur vier Gründe:

Erstens verfolgt Orban eine nationalistische Politik und wehrt sich gegen Masseneinwanderung.
Zweitens betreibt Orban bewusst keine woke LGBTQ-Regenbogen-Politik.
Drittens unterstützt Orban den sinnlosen Krieg in der Ukraine nicht
Viertens: Unsere Regierung mag ihn nicht (na, wenn DAS nicht mal der ultimative Beweis ist)

DAS alleine macht in also in den Augen des deutschen Widerstands zum Muster-Regierungsführer, zum „best Buddy“ und zum „Freund auf Lebenszeit“. Getreu dem (völlig naiven) Motto: Der Feind meines Feindes ist automatisch mein Freund. Anlässlich seiner Wahlniederlage am 12.04.2026 kullerten dicke Online-Tränen und man ist sich sicher: jetzt ist Ungarn dem Untergang geweiht.

Ja sagt mal, habt Ihr sie noch alle? Ihr könnt doch nicht wild zwei, drei oder vier Merkmale heraussuchen, die uns gerade mal in den Kram passen, über alles andere großzügig hinwegsehen und den Mann zum Heiligen erklären. Der Mann ist um keinen Deut besser, als Markus Söder, wobei er aber mehr Machtkompetenzen als dieser hatte.

Dass er nationalistisch ausgerichtet ist, macht ihn nicht zu einem Rechten (also Konservativen). Dann wären ja die irische Shin Fein und fast alle linke Regierungen Südamerikas auch krass rechts, denn die sind ebenfalls nationalistisch ausgerichtet. Den gleichen Fehler habt Ihr schon bei Trump gemacht. Der reflex lautet:

Er will seine Landsleute bevorzugen und ist gegen Migration. Schwubbs, schon ist er „einer von uns“.

NEIN, ist er nicht, war er nie und wird er nie sein. Weder Trump noch Orban wollen das, was WIR wollen, nämlich Freiden, Freiheit und eine strikte Beachtung von Gewaltenteilung und Grundrechten. Man kann solche Leute nicht an ein oder zwei Punkten messen, die zufällig mal mit unseren Zielen übereinstimmen.

Was Ihr macht, ist, ein Übel gegen ein anderes austauschen zu wollen.

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