AfD – politisch hui, strategisch pfui

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AfD – politisch hui, strategisch pfui

Wenn es um Politik der Vernunft geht, ist für viele Menschen klar, dass die Grünen am unteren Ende angesiedelt sind und die AfD eher weiter oben.

Leider schlussfolgern viele Menschen daraus aber auch, dass sich die politische Vernunft auch auf Strategie und Taktik übertragen ließe. Mit anderen Worten: Weil die AfD eine vernünftigere Politik anstrebe als beispielsweise die Grünen, sei sie auch strategisch besser aufgestellt und mache taktisch alles richtig.

Aber diese Annahme ist bedauerlicherweise völlig falsch!

Und weil sie so unglaublich falsch ist, aber dennoch von den Fans der AfD mitgetragen wird, steuert Deutschland gerade mit voller Wucht auf eine Katastrophe zu, die eigentlich leicht vermeidbar wäre, würde die AfD nur eine halbwegs intelligente Strategie verfolgen.

Bekanntlich wachsen Fähigkeiten immer mit Herausforderungen. Die AfD sah sich jedoch noch nie ernsthaften Herausforderungen gegenüber. 2013 gegründet, profitierte sie seither von der Dummheit und Dreistigkeit anderer Parteien und einem gewissen Protestwähler-Potenzial.

2015 öffnete Merkel die Grenzen für ungebremste Migration und verhalf der AfD somit 2017 in den Bundestag.

Seit 2021 setzt die gegenwärtige Ampelregierung einen skandalösen Unfug nach dem anderen um und verhalf der AfD auf diese Weise zu zweistelligen Stimmenzuwächsen.

Es ist nichts, was die AfD selber zu verantworten hätte, sondern es sind stets andere, die ihr insgeheim helfen.

Selbst der mediale Shitstorm, der von vielen als Beweis gewertet wird, dass die AfD die einzig echte Oppositionspartei ist, trägt zu ihren Erfolgen bei. Denn schließlich erwarten die AfD Fans gar keine andere Art der Berichterstattung und wie wir alle wissen, muss der Köder dem Fisch und nicht dem Angler schmecken.

Die erste „Strategie“ besteht also darin, grundsätzlich um 180 Grad anders zu sein, als die anderen Parteien und die daraus resultierende negative Berichterstattung über sich ergehen zu lassen.

Die zweite und letzte „Strategie“ besteht darin, alles und jeden wegzubeißen, den man als Konkurrenz betrachtet bzw. sich dessen politische Inhalte zu eigen zu machen.

Zur Anti-Corona Partei wurde die AfD erst im Sommer 2020, nachdem die Partei dieBasis aus der Grundrechtebewegung heraus gegründet worden war. Zuvor hatte sich sogar die FDP deutlicher gegen die Coronamaßnahmen positioniert als die AfD.

Doch anstatt sich mit der Basis zusammenzusetzen, übernahm die AfD dreist deren Inhalte… und verlor bei der Bundestagswahl prompt Stimmen an die FDP. Ich kann und will hier keineswegs vorgreifen, wie sich dieBasis dazu geäußert hätte, kann aber sagen, dass es nicht einmal den Versuch gab.

Lehren daraus zog sie aber keine.

Zur bayerischen Landtagswahl wirkte es fast so, als habe die AfD weite Teile des dieBasis Wahlprogramms einfach kopiert. Natürlich ohne das öffentlich zu machen und dann – dank permanenter medialer Berichterstattung – deutlich mehr Stimmen daraus zu generieren, als diejenigen, auf deren Mist das eigentlich alles gewachsen war.

Den Vogel hat die vermeintlich einzige Alternative für Deutschland jedoch mit ihrem Umgang mit der WerteUnion abgeschossen. Da erst wurde mir klar, wie strategisch planlos und dumm die AfD ist. Und seit diesem Zeitpunkt wird mir angst und bange um unsere Zukunft.

Wie oben schon erwähnt, profitiert die AfD von einem gewissen Protestwähler-Potenzial. Doch nicht jeder Wähler ist ein krasser Protestwähler. Von der derzeitigen Politik profitiert daher die Union noch viel deutlicher, als die AfD.

Es ist somit klar und eine unverrückbare Tatsache, dass es eine Alternative zu den Unionsparteien CDU und CSU geben MUSS. Ohne eine solche, wird es definitiv keine politische Kehrtwende geben.

Als solche hätte die AfD dieBasis gezielt aufbauen können. Nicht durch Schulterschluss, sondern durch dauernde, anhaltende, laute Kritik. Es kommt nämlich mehr auf die Menge der Berichterstattung an, als darauf, dass diese wohlwollend ist. Aus einer permanenten Kritik an der Basis hätte der potenzielle Wähler entnommen, dass dieBasis gemäßigter ist als die AfD und somit auch für solche infrage käme, die auf gar keinen Fall AfD wählen.

Das hätte dieBasis neben die Union platziert und dieser Stimmen abgenommen – nicht der AfD.

Nachdem die AfD aber zu blöde dazu war, gab es mit der WerteUnion eine zweite und wahrscheinlich letzte Chance.

Ihr Gründungsvater, Hans-Georg Maaßen, platzierte sie strategisch günstig, nämlich direkt neben die CDU. Dann ging er auf Distanz zur AfD, um dem Wähler einen Konflikt zu ersparen. Schließlich wollte man die Stimmen der CDU Wähler und nicht die der AfD Wähler.

Eine strategische Glanzleistung, die aber von der AfD und ihren Fans nicht verstanden wurde. Und so wurde die WerteUnion weggebissen.

Wie in aller Welt kann man nur SO DÄMLICH sein?

Was jetzt passiert ist klar und scheint sich auch nicht mehr abwenden zu lassen: Wenn FDP und Linke rausfliegen, braucht eine regierungsfähige Mehrheit ca. 43 – 44 % an Stimmenanteilen. Historisch wenige (da gleich zwei Parteien mit knapp unter 5 % rausfliegen), die eine Koalition aus dieBasis, WerteUnion und AfD höchstwahrscheinlich zusammenbekommen hätten. Die wird die AfD aber NIEMALS alleine zusammenbekommen.

Es wird also eine schwarz-grüne oder schwarz-rote Regierung. Oder anders ausgedrückt: Der Untergang Deutschlands.

Danke AfD!

Es muss jedem ebenso klar sein, wie der Umstand, dass die Grünen Deutschland ruinieren, dass die AfD dies aktiv nicht verhindert. Und die Wut darüber muss ebenso groß sein. Wenn der AfD ihr Platzhirsch-Gehabe wichtiger ist, als die Zukunft unseres Landes, sollte sie so lange Stimmen einbüßen, bis sie ihr Hirn anschmeißt und strategisch zu denken lernt.

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