Ich wurde in den letzten Tagen und Wochen mehrfach angeschrieben und gefragt, was ich eigentlich damit meinen würde, wenn ich sage, das der Corona Ausschuss „Projekte“ hätte anstoßen sollen, um etwas an seine Community zurückzugeben.
Ich hatte damals drei konkrete Projekte vorbereitet, die ich alleine (mangels Reichweite) nicht umsetzen konnte. Eines davon möchte ich an dieser Stelle einmal kurz beschreiben, damit klar wird, was ich meine. Es steht stellvertretend für viele ähnliche und andersartige Projekte. Gemein ist ihnen nur, dass sie unmittelbare Hilfe zur Linderung der schlimmsten Nöte geleistet hätten, mit denen zwischen 2020 und 2024 zahlreiche Menschen konfrontiert waren.
Diese Nöte waren zumeist existenzieller Natur. Wer sich beispielsweise weigerte, während der Arbeitszeit eine Maske zu tragen, verlor seinen Job. Auch wer auf einer Demo identifiziert wurde, konnte leicht mit einer Kündigung oder anderen Repressalien rechnen. Dazu kamen zahllose Denunziationen, die zu Bußgeldern führten. Es reichte, wenn man mit seinem Hund Gassi ging, während die Ehefrau oder Tochter unter Quarantäne stand. Wer all das viele Geld irgendwann nicht mehr aufbringen konnte und dem Vermieter die Miete schuldig blieb, landete schnell auf der Straße.
Genau dort setzte mein sog. „Projekt Hope“ an.
Doch um das zu erläutern, muss ich leider etwas ausholen. Ich hatte mir nach meiner Scheidung eine neue Existenz aufgebaut. Ganz langsam – Stück für Stück über viele Jahre hinweg. Ich verkaufte Merchandisingartikel und nutzte Amazon als Vertriebsplattform. Das Ganze war schon ziemlich ausgeklügelt. Ich brauchte nämlich weder Lager noch sonstigen große Investitionen, sondern arbeitete mit einer Textildruckerei in Köln zusammen. Das war auch bitter nötig, denn ich war zu dieser Zeit alleinerziehender Vater von zwei Kindern. Größere Investitionen oder gar Angestellte hätten ein viel zu hohes Risiko dargestellt.
Ab März 2020 ging ich in den Widerstand, was sich auch in den Designs meiner Shirts niederschlug. Dort stand nun „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“ oder „Grundrechte sind alternativlos“. Amazon gefiel das immer weniger und nachdem man mir monatelang das Leben zur Hölle gemacht hatten, indem man Gelder (vorzugsweise kurz vor Weihnachten) einfach zurückhielt, kündigte man mir zum August 2021 den Selleraccount.
Da stand ich nun. All die zahllosen Stunden, in denen ich zigtausende Designs entworfen hatte, waren nun nutzlos. Natürlich habe ich sofort einen eigenen Onlineshop eröffnet, eine API-Anbindung an die Druckerei programmiert und all meine Designs dort eingelesen. Doch ohne die hohe Kundenfrequenz, die mir Amazon zur Verfügung gestellt hatte, verkaufte ich einfach nicht genug.
Aufgeben war aber nicht! Damals betrachtete ich den Corona-Widerstand als große Familie und ich wusste auch, dass ich nicht alleine dastand. Um mich herum zerbrachen reihenweise Existenzen, die teilweise schon in der dritten Generation geführt wurden. Gaststätten, kleine Läden, Messebauer, Eventveranstalter, Musiker.
Also fasste ich einen Plan: Ich machte meinen Shop Multi-Tennant-fähig und stellte ihm zum kostenlosen Download bereit. Jeder, der wollte, konnte ihn sich herunterladen, meine Designs importieren und seinen eigenen Shop betreiben. Ganz ohne jeden Aufwand oder Investition. Auf eigene Rechnung natürlich und selbstverständlich kostenlos und auch ohne jede Provision. Mein Benefit dabei: Ich wäre einer dieser Shopbetreiber gewesen und hätte von dieser Werbung mitprofitiert. Das reichte mir völlig.
Damit wandte ich mich an so ziemlich jeden Aktivisten und jedes Alternativmedium, das ich kannte. Ich bat darum, dieses Projekt anzustoßen und mit der nötigen Reichweite zu versorgen, damit Kunden kamen. Auch an den Corona Ausschuss. Eine Antwort bekam ich nie.
Als dann im September 2022 die Querelen zwischen Füllmich und Fischer losgingen, bat ich eine gemeinsame Bekannte, einen Kontakt zu Viviane Fischer herzustellen. Kurze Zeit später rief mich Viviane an und zeigte sich hellauf begeistert von diesem und zwei weiteren Projekten.
Umgesetzt hat sie sie allerdings nie. Im April 2023 erfuhr ich dann auch, dass sie das nie vorgehabt hatte. Ich war offensichtlich nur ein vorübergehender nützlicher Idiot, der sich zufällig mit IT und Internethosting auskannte, der wusste, wie man Media Wiki installiert und wie man Artikel von anderen Wikis importiert, der mehr als gerne Artikel für sie schrieb und andere übersetzte. Ich vermute, nun kann wohl jeder nachvollziehen, wie ich mich gefühlt habe, als ich mitbekam, wie viel Geld Fischer ihrer IT bezahlt hatte.
Ich kann nicht anders, als dieses Verhalten und diese Weigerung jedweder Hilfeleistung gegenüber der Community als zutiefst bösartig einzustufen. Eine andere Erklärung fällt mir beim besten Willen nicht ein. Ich wollte ja nicht, dass irgendjemand Geld in etwas investieren sollte. Was ich wollte, hätte allen geholfen – inklusive dem Ausschuss selber, der mit der Förderung solcher Projekte ein Alleinstellungsmerkmal gehabt hätte. Das erste und einzige Alternativmedium, das etwas an seine Community zurückgab. Eine halbe Stunde jeden Freitag, die für solche Projekte reserviert gewesen wäre, hätte völlig ausgereicht. Aber selbst das war schon zu viel.
Das betrifft aber nicht nur den Corona Ausschuss. Es betrifft ALLE sog. Alternativmedien.
Ich habe in diesen Kreisen keinen einzigen je kennengelernt, der ein anderes Konzept verfolgte, als billige (und völlig sinnlose) Empörung gegen Spenden einzutauschen. Bis heute. Geändert hat sich nur die Stoßrichtung. Während damals alle die Querdenken-Demos anfeuerten, tun sie dies heute mit der AfD.
Ich bin durch mit diesem falschen Widerstand und jenen die ihm folgen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ich nun die „Seiten wechseln“ würde. Ich habe es schon oft gesagt: Der Feind des Feindes ist nicht automatisch ein Freund. Und außerdem gibt es echte Opposition sehr wohl. Man findet sie allerdings nicht dort, wo das Scheinwerferlicht hin scheint, sondern im tiefsten, dunkelsten Schatten. Dort, wo man ihre Existenz am liebsten verbergen würde. Im Falle einer Partei heißt diese (einzig echte) Opposition übrigens dieBasis. Und im Falle eines Blogs wäre es wohl u.a. einer wie dieser hier. Wer aufmerksam die Artikel liest, die hier seit 2020 erschienen sind, wird bemerken, dass viele spätere Ereignisse Monate oder Jahre im Voraus erkannt und treffsicher vorausgesagt wurden. Auch wenn es niemand mitbekommt. Aber so ist das nun einmal mit echter Opposition. Sie wird nicht aktiv bekämpft. Das brächte ihr viel zu viel Aufmerksamkeit. Sie wird totgeschwiegen.
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