Donald Trump darf wieder Twittern

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Donald Trump darf wieder Twittern

Als „moralisch falsch und dumm“ bezeichnete Elon Musk in einem Videointerview mit der Financial Times die seinerzeitige Verbannung des, damals noch amtierenden US Präsidenten Donald Trump von der Social Media Plattform Twitter. Trump, so der zukünftige Twitter-Chef, können jederzeit zu Twitter zurückkehren, wenn er wolle.

Ich würde die Sperrung Trumps nicht nur als moralisch falsch und dumm bezeichnen, sondern als einen der größten Skandale, die es bei US-Präsidentschaftswahlen je gegeben hat. Und dabei bin ich bestimmt kein Freund des Ex-Präsidenten. Ich teilte und teile den Hype nicht, der auch in Deutschland um ihn als vermeintlichen „Retter“ gemacht wurde. Das hängt maßgeblich mit seinem Verhalten zusammen. Trump ließ die Grenzen wegen der vermeintlichen Coronapandemie schließen, begünstigte die Impfstoffproduktion und ließ sich sogar selber impfen.

Davon jedoch völlig unabhängig zu sehen ist, wie die Mainstreammedien mit ihm umgingen. Trump war wohl der erste Präsident in der US-Geschichte, der über keine (oder zumindest fast keine) ungefilterte Reichweite nach außen verfügte. Nichts von dem, was er sagte oder tat, wurde als neutrale Information verbreitet, sondern war stets mit Kritik und bisweilen sogar Häme versehen. Und so etwas geht gar nicht! Während andere US-Präsidenten stets tun und lassen konnten, was immer sie wollten und dies von den Medien beschönigt oder verharmlos wurde, wurde alles, was der 45. Präsident der USA tat, auf die Goldwaage gelegt und hinterfragt.

Weil das so war, fand Donald Trump in den Sozialen Medien eine neue, für ihn zunächst ungefilterte Form der Kommunikation, über die er seine Wähler erreichen konnte. Nur dort konnte er sich mitteilen, ohne dass alles, was er sagte, bereits wärmend der Widergabe von fleißigen Schreiberlingen oder übereifrigen Nachrichtensprechern mit gehässigen, diskreditierenden und herabwürdigenden Kommentaren versehen wurde. Es handelte sich also um Trumps einzige Möglichkeit der ungefilterten Außenkommunikation, etwas, das für jeden anderen Politiker eine Selbstverständlichkeit ist.

Umso dramatischer ist zu bewerten, dass ihm diese Kommunikationsmöglichkeit in der letzten und heißesten Phase des Wahlkampfes genommen wurde. Zunächst sperrte ihn Twitter, dann Facebook. Damit war der amtierende US-Präsident von jeder Form ungefilterter Außenkommunikation abgeschnitten und die Mainstreammedien konnten ihn unwidersprochen so darstellen, wie es ihnen beliebte.

Dieses Vorgehen zeigt allerdings auch, wer die wahre Macht in den USA hat. Es ist mitnichten die Politik, sondern es sind Konzerne, die die Interessen einiger Weniger verfolgen. Und diese Konzerne greifen auch permanent in den Deutschen Wahlkampf ein.

Es ist höchste Zeit, ihnen das Handwerk zu legen.

Fraglich ist hingegen, ob Donald Trump überhaupt zu Twitter zurückkehren will. Als Konsequenz aus dessen vorgehen, hatte er mit GETTR eine eigene Social Media Platform gegründet. Deren Schwachpunkt besteht jedoch darin, dass sich dort keine Trump-Gegner anmelden. Trump spricht dort also gewissermaßen zu einer Blase.

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