Sie galt als DER Hoffnungsträger der Konservativen in Frankreich. Marine Le Pen, Tochter des berüchtigten Oppositionsführers Jean-Marie Le Pen und Beinahe-Präsidentin, wurde gestern, am 31. März 2025 wegen Untreue zu vier Jahren Haft verurteilt. Was für sie jedoch noch schlimmer wirkt, ist der Umstand, dass sie fünf Jahre lang kein passives Wahlrecht mehr ausüben darf, d. h. sich u. a. auch nicht mehr als Kandidatin für die nächsten französischen Präsidentschaftswahlen aufstellen darf.
Und darum geht es in dem Urteil wohl auch ursächlich. Le Pen hatte die beiden zurückliegenden Präsidentschaftswahlen nur knapp verfehlt. Ob sie die Stichwahlen am 24.04.2022 überhaupt verlor, oder ob man sich anschickte, die Wahlergebnisse ein wenig zu beschönigen, ist bis heute ungeklärt. Wir hatten darüber berichtet.
Bei der frühzeitigen Neuwahl im Juni 2024, die aufgrund der katastrophalen Ergebnisse der vorausgegangenen Europawahl anberaumt worden war, wurde sie bei der Stichwahl nur aufgrund eines Tricks geschlagen, bei dem sich alle anderen Parteien gegen ihre Rassemblement National zusammenschlossen und zur Wahl Macrons aufriefen.
In beiden Fällen hätte die Mehrheit der Franzosen wohl lieber eine konservative Le Pen als Präsidentin gehabt, bekamen aber letztendlich ein „Weiter so“.
Nun ist die „Gefahr Le Pen“ wohl vorerst gebannt. Sie kann ja nicht mehr gegen Macron oder seinen Nachfolger antreten.
Eine politische Intrige?
Zweifellos, doch eine, die sich aus Dummheit und Leichtfertigkeit nährte. Denn die Vorwürfe, die man gegen Le Pen erhob, sind nicht von der Hand zu weisen. Der einzige Unterschied zu anderen Spitzenpolitikern, wie beispielsweise Ursula von der Leyen oder Olaf Scholz bestehen lediglich in der Bereitschaft der Strafverfolgungsbehörden, gegen solche Straftaten vorzugehen. Das aber hätte Marine Le Pen wissen können, ja, wissen MÜSSEN! Sie, die eh schon im politischen Kreuzfeuer stand, hätte sich eben keinen strafrechtlichen Fax Pas leisten dürfen und wäre sie damit auch die einzige Europaabgeordnete weit und breit gewesen.
Stattdessen zweckentfremdeten sie und ihr Vater jene Gelder, welche die EU für Mitarbeiter von Europaabgeordneten bereitstellt. Sie flossen in die eigenen Taschen und in die Taschen der dauerklammen Partei.
Dass man so etwas auf Dauer nicht verbergen kann, ist doch eigentlich selbstverständlich. Dass andere es auch nicht anders machen, ist kein Grund, sich selber nicht an die Regeln zu halten.