dieBasis hat erneut die 5%-Hürde verfehlt. Woran hat’s gelegen?

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dieBasis hat erneut die 5%-Hürde verfehlt. Woran hat’s gelegen?

Gestern, am 27.03.2022 fand im Saarland Landtagswahlen statt. Nach den, teilweise doch recht beachtlichen Wahlergebnissen und den Erkenntnissen aus der Bundestags- sowie bereits einigen Landtagswahlen, war man guter Dinge, nun endlich die 5%-Hürde zu knacken und in den Saarländischen Landtag einzuziehen. Zunächst sah es auch danach aus, als würde alles nach Plan laufen. Wie erhofft und erwartet, hatten die Sonstigen Parteien viel Zulauf und aus der Erfahrung wissen wir, dass dieBasis immer ganz oben dabei ist, bei den Sonstigen. Als wir dann bemerkten, dass diese sonstigen Parteien mehr, als 10% der Stimmen erlangt zu haben schienen, da rechnete zumindest ich fest damit, dieses mal endlich die Hürde geknackt zu haben. Doch leider kam es anders.

12 sonstige Parteien bei der Landtagswahl im Saarland12 sogenannte „Sonstige“ hatten sich erfolgreich zur Wahl beworben; nicht alle davon in jedem Wahlkreis. dieBasis hatte sich in jedem der drei Wahlkreise erfolgreich bewerben können und hätte damit zumindest schon einmal einen rechnerischen Vorteil gegenüber vielen ihrer Mitbewerber. In der Vergangenheit hatten uns häufig die Freien Wähler Stimmen gekostet bzw. waren uns stets eine Nasenlänge voraus gewesen. Bei 10% wäre aber Platz für beide Parteien gewesen. Die Tierschutzpartei hingegen hatte ich persönlich gar nicht auf dem Schirm. Aus meiner Sicht waren die Verfehlungen und Ungeheuerlichkeiten, die sich die etablierten Parteien in den letzten beiden Jahren herausgenommen hatten, auch gar nicht gegen Tiere gerichtet. Tiere hatten in dieser Zeit weder Vor- noch Nachteile erlitten. Was also sollte einen Wähler, der nun dem System als solches eine Abfuhr erteilt, dazu bewegen, ausgerechnet die Tierschutzpartei zu wählen? Die Piraten sind lange durch. Sie werden also eher nicht zur Gefahr für uns. Und was die Satirepartei „die Partei“ angeht, so ist die aktuelle politische Lage viel zu brisant und die Stimme viel zu wichtig, um sie mutwillig an eine Partei zu verschwenden, die gar nicht Politik machen will.

Mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis, das gegen 22:00 Uhr eintrudelte, kam dann der Schock. dieBasis hatte nicht nur ihren Einzug in den Landtag verpasst, sie wurde sogar von der Tierschutzpartei abgehängt. Wie praktisch immer kam dieBasis auf magere 1,4%. Überraschen stark waren die meisten der Sonstigen und sogar jene Satirepartei, die ja eigentlich gar keine Politik machen will.

Was also ist hier (leider wieder einmal) schief gelaufen?

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es den meisten jener Wähler, die ihr Kreuz bei den Sonstigen machten, wohl herzlich egal war, wo dieses Kreuz landete. Ich stelle mir das eher nach dem Ene mene miste-Prinzip vor. Einzig die Wähler der Basis dürften ihr Kreuz gezielt gesetzt haben, doch das sind leider nach wie vor viel zu wenig. Es sind jedoch nicht deshalb zu wenig, weil unser Wählerpotenzial nicht groß genug wäre, sondern weil dieBasis erstens unbekannt ist und zweitens nichts (oder zumindest nicht viel) dagegen unternimmt. Eine Partei, die etwa der Hälfte der Wähler unbekannt ist, muss zwingend all ihre Inhalte deutlich und unmissverständlich im Wahlkampf transportieren. Sie kann sich nicht darauf zurückziehen, dass die Wähler „schon wissen werden“, wofür man steht.

dieBasis ist eine Partei, die sich gegen die politische Willkür stemmt, die seit dem Frühjahr 2020 über uns hereingebrochen ist, gegen Maßnahmen, Impfstoffe, Grundrechtseinschränkungen etc.

Hat der Landesverband Saarland dieses Ziel getroffen?

Mit diesem Plakat wohl eher nicht. Versetze dich einmal in die Lage eines Wählers, der noch nie von der Basis gehört hat und auch nicht weiß, dass sie DIE Partei ist, die man wählt, wenn man von politischer Willkür endgültig genug hat. Würdest du jetzt dieBasis wählen? Für den Schutz unserer Kinder? Du würdest wahrscheinlich denken, dass auch all die anderen Parteien unsere Kinder schützen wollen. Und seien wir doch mal ehrlich: Eigentlich geht es der Basis dabei doch konkret um die Aufhebung der unmenschlichen Maßnahmen an den Schulen. Warum schreibt man das dann nicht auf das Plakat?

Dies hier erscheint mir schon deutlich eher dazu geeignet, UNSERE Wähler zu aktivieren; es enthält jedoch einen krassen Fehler. Man kann und sollte auf einem Wahlplakat keine Behauptung aufstellen, die man an gleicher Stelle nicht belegen kann und so etwas hat auf Wahlkampfplakaten auch gar nichts zu suchen. „PROPAGANDA STOPPEN. Für eine zensurfreie Medienlandschaft“ wäre deutlich besser gewesen. Es erscheint mir, ob seines Formats, auch gar kein Plakat zu sein, sondern eher ein Meme, das in sozialen Netzwerken geteilt wurde.

Unternimmt man den Versuch, sich auf der Intranetseite des Landesverbands über die Partei und ihre Ziele zu informieren, kommt DAS – Namensgetanze. Das interessiert wirklich niemanden, außer diejenigen, die sich parteiintern darauf eingeschossen haben. Den Wähler schreckt es eher ab, denn es wirkt weltfremd, esoterisch, undurchsetzbar.

Ich habe bereits vor einiger Zeit hier einen Beitrag dazu geschrieben, wie aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht ein Wahlkampf aussehen sollte.

1 KOMMENTAR

  1. Ich muss ehrlich sein, dass mich die Partei mit dem Begriff Menschheitsfamilie verloren hat. Ich bin überzeugt von der Sache, aber die Videos sind Geldverschwendung und werden niemanden überzeugen.

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